80m-SSB-Sender (Phasenmethode)

In der Anfangszeit des SSB-Amateurfunks waren nach der Phasenmethode arbeitende Zusatzgeräte beliebt, die von einem vorhandenen CW-Sender anzusteuern waren. An diesen wurden vor allem hohe Anforderungen an die Frequenzstabilität gestellt. Außerdem musste das Signal möglichst brummfrei sein. Aufbauend auf einem solchen SSB-Adapter (Adapt-O-Citer nach W6QLV) wurde dieser SSB-Sender entworfen. Er kann mit einem Quarz oder mit einem externen VFO betrieben werden, der sich ebenfalls am Quarzsockel anschließen lässt. Empfehlenswert ist es, den VFO auf der halben Sendefrequenz arbeiten zu lassen. Beste Ergebnisse werden auf niedrigeren Frequenzen, also z.B. im 80m-Band erzielt. Prinzipiell eignet sich die Schaltung für Frequenzen bis etwa 30 MHz. Bei höheren Frequenzen kann es mit dem einfachen Quarzoszillator ohne Pufferstufe und Stabilisierung aber zu einer leichten Frequenz-Modulation kommen, was Modulationsverzerrungen nach sich zieht. Mit einem extern angeschlossenen VFO tritt dieses Problem nicht auf. Im 80m-Band lässt sich eine PEP-Ausgangsleistung von knapp 10 Watt erreichen. Hier lässt sich ohne Nachgleichen der Spulen jeweils ein höchstens etwa 100 kHz breites Bandsegment verwenden.

Wie sich bei meinen Versuchen mit einer solchen Schaltung zeigte, war die Unterdrückung des unerwünschten Seitenbandes nur gering. Der erreichbare Wert von etwa 25 dB trifft wegen des sehr einfach gehaltenen NF-Phasenschiebers nicht für alle Modulationsfrequenzen zu. Die empfängerseitige Verständlichkeit mit einem nicht sychronisierten Demodulator ohne Seitenband-Unterdrückung (z.B. schwingendes Audion oder Direktmisch-Empfänger) war aber schon erheblich besser, als bei einem DSB- bzw. DSSC-Signal (Double Sideband Surpressed Carrier), wo schon die kleinste Frequenzabweichung des Empfängers zu Überlagerungen von oberen und unterem Seitenband und infolgedessen zu einer sehr verzerrten Widergabe führt. Auch war die Seitenband-Unterdrückung schon durch die bessere Energiebilanz bemerkbar: bei gutem Abgleich von HF- und NF-Phasenschieber sank die Leistungs-Aufnahme der PA deulich. Rechnerisch würde ja bereits eine Seitenbandunterdrückung von 6dB bedeuten, dass das unerwünschte Seitenband nur noch mit einem Viertel der Leistung ausgestrahlt wird.

Für Experimente mit dieser Schaltung hier die Spulendaten für das 80m-Band:
L1, L4, L5: 36 Windungen, Koppelwicklung 7 Windugen
L2: 15 Windungen
L3: 18 Windungen mit Mittelanzapfung, Koppelwicklung 7 Windungen
jeweils Kupferlackdraht 0,3mm auf abgeschirmte 8mm-Spulenkörper mit Schraubkern

 

© Claus Schmidt, DL4CS