Tonruf-Generator für 1750Hz

Dieser Tonruf-Oszillator arbeitet mit einem LC-Kreis. Die erzeugte Frequenz ist annähernd sinusförmig und ändert sich im Speisespannungsbereich von 5 bis 15 Volt um weniger als 10 Hz. Der Spannungsteiler ist so dimensioniert, dass sich die Ausgangsspannung an einen Mikrofon-Eingang anpassen lässt.

Die Schwingkreiskondensator und die Spule wurden aus dem 1750Hz-Tonruf eines alten Funkgerätes ausgelötet, so dass sich um deren Dimensionierung nicht weiter gekümmert zu werden brauchte.

 

© Claus Schmidt, DL4CS

Quarzoszillator für niedrige Frequenzen

Dieser Quarzoszillator eignet sich gut für niedrigere Frequenzen, wie z.B. 2 oder 3 MHz. Mit einem entsprechenden Quarz sollte sich die Anordnung auch als 1MHz-Kalibrier-Oszillator einsetzen lassen. Der Ziehbereich liegt bei unter 1kHz, so dass ein sehr exakter Abgleich auf die Sollfrequenz möglich ist.

Die Schaltung schwingt auch mit keramischen Schwingelementen für z.B. 455 kHz. Hier ist ein recht großer Ziehbereich von bis über 20 kHz erzielbar, womit sich die Schaltung beispielsweise auch gut als BFO einsetzen lässt.

 

© Claus Schmidt, DL4CS

DL0VV-Direktmisch-Empfänger

Im Aprilheft 1972 der Zeitschrift Elektor erschien die Bauanleitung für einen einfachen Empfänger für das 80m-Band. Er war als Bastel-Projekt für Amateurfunk-Einsteiger gedacht und wurde von DK2GBX und DJ9RW von der Clubstation DL0VV entwickelt. Es handelte sich um einen sehr brauchbaren Direktmisch-Empfänger.

Im Oktoberheft erschien ein Erfahrungsbericht, der einige Fehlerkorrekturen enthielt. In diesem Schaltbild sind jene berücksichtigt. Der Oszillator-Ausgang eignet sich für den Anschluss eines Frequenzzählers. Es kann dort auch ein HF-Leistungs-Verstärker angeschlossen werden und die Schaltung so zu einem CW-Transceiver erweitert werden.

Die Fotos zeigen einen von DL6HAH aufgebauten DL0VV-Empfänger, dem ich für die Zurverfügungstellung meinen herzlichen Dank aussprechen möchte!

Eingangsschaltung eines 10m-Empfängers

Die gezeigte Eingangsschaltung war Teil eines Selbstbau-Funkgerätes für das 10m-Amateurband. Sie lieferte in Bezug auf Empfindlichkeit, Großsignal-Festigkeit und Fehlempfangs- bzw. Spiegelfrequenz-Unterdrückung sehr brauchbare und sogar bessere Ergebnisse, wie bei vielen käuflichen Geräten.

Wie im Schalbild ersichtlich, waren die Zwischenkreise als mitlaufende Selektion konzipiert. Die dafür benötigte Steuerspannung wurde durch ein mechanisch mit dem Drehkondensator vom Abstimm-VFO gekoppeltes Potentiometer erzeugt. Durch die Zusammenschaltung jeweils zweier Kapazitätsdioden wurde die Gefahr zusätzlicher Intermodulationen durch die Abstimm-Schaltung reduziert.

Die HF-Vorstufe arbeitete in sogenannter Zwischenbasis-Schaltung. Bei einer solchen Anordnung fallen Leistungs- und Rauschanpassung zusammen. Mit dem Abgleich des Eingangskreises auf Signalmaximum wurde also zugleich bestes Signal/Rauschverhältnis erzielt. Die Mischstufe mit dem Dual-Gate-MOSFET produzierte kaum zusätzliches Rauschen. Solche Schaltungen weisen  außerdem ein erheblich besseres Großsignal-Verhalten auf, wie Mischerschaltungen mit einem bipolaren Transistor.

 

© Claus Schmidt, DL4CS

PL81-Transistor-Pseudoersatz

Diese Schaltung konnte ersatzweise anstelle der PL81 in der Standard-Schaltung in alten TV-Empfängern verwendet werden:

Damit handelte es sich nicht um einen vollwertigen Ersatz der PL81. Die Schaltung funktionierte eben nur in solchen und nicht in allen mit dieser Röhre möglichen Schaltungen. Der 56-Ohm-Widerstand setzte die Heizleistung nutzlos in Wärme um, damit der Heizkreis des TV-Empfängers nicht unterbrochen wurde. Somit konnte die Schaltung, mit einem Noval-Stecker verbunden, ersatzweise in den Röhrensockel für die PL81 gesteckt werden. Der BF459 benötigt dabei selbstverständlich eine Kühlfläche.

Es wäre ja mal interessant zu untersuchen, wie sich eine solche oder ähnliche Schaltung als Class-A-Verstärker für Audio-Anwendungen verhält…

 

© Claus Schmidt, DL4CS

Doppelsuper-ZF-Verstärker 5,5 MHz/455kHz

Bei ungenügender Filterung vor dem ersten Mischer kommt es bei Funkempfängern leicht zu einem störenden Spiegelfrequenz-Empfang. Bei Einfach-Superhets mit einer niedrigen ZF von z.B. 455 kHz ist schon im oberen KW-Bereich eine Vorselektion mit zwei auf die Eingangsfrequenz abgestimmten HF-Kreisen völlig unzureichend. Noch ungünstiger liegen die Verhältnisse z.B. bei UKW-Empfängern für das 2m-Band. Andererseits ist auf einer ZF von 455 kHz schon mit einfachen LC-Kreise eine recht brauchbare ZF-Selektion erzielbar, so dass sich damit Empfänger mit guter Trennschärfe bauen lassen. Ferner gibt es für Zwischenfrequenzen um 455 kHz billige Keramikfilter mit noch besseren Selektionseigenschaften. Infolgedessen kann die Verwendung des Prinzips der Doppelüberlagerung vorteilhaft sein.

Bei billigeren bzw. vielen älteren Empfängern findet man oft das Doppelsuper-Prinzip mit eine ersten ZF im Bereich um 10,7 MHz. Mit einer niedrigeren ZF bei z.B. 5,5 MHz lässt ohne Einsatz eines Quarzoszillators zur Ummischung von der ersten auf die zweite ZF eine für AM und FM völlig ausreichende Stabilität erzielen. Bei sorgfältigem Aufbau mit Temperatur-Kompensation und stabilisierter Versorgungsspannung erhält man mit einer solchen ersten ZF auch für SSB und CW eher brauchbare Ergebnisse, als bei 10,7 MHz. Dieses Prinzip fand man früher auch bei den ersten Geräten und Baugruppen von Semcoset. Die hier gezeigte Schaltung arbeitet in dieser Weise. Sie ist auf minimalen Aufwand reduziert und eignet sich gut für Experimente mit dem Doppelsuper-Prinzip:

Eine ähnliche selbstschwingende Mischstufe, wie sie früher in den AM-Bereichen der meisten transistorisierten Rundfunkempfänger zu finden war, setzt hier das 5,5-MHz-Eingangssignal auf die zweite Zwischenfrequenz von 455 kHz um. Dort wird das Signal in zwei Stufen verstärkt und anschließend demoduliert. Mit einem passenden Tuner und einem nachgeschalteten NF-Verstärker erhält man einem AM-Empfänger, der etwa zum Empfang des Flugfunks ausgelegt sein kann. Hierzu würde sich z.B. der Eingangsteil von meinem Doppelsuper für 144-146 MHz eignen, wenn die Vorkreise im Bereich von 118 bis 136 MHz mittels eines Dreifach-Drehkos synchron mit dem Oszillator (123,5…141,5 MHz) abgestimmt werden und die ZF durch einen Parallel-Kondensator (ca. 100pF) zum 10,7-MHz-Kreis auf 5,5 MHz umdimensioniert wird.

Ebenso ist der Einsatz in einem 10m-Amateurfunk-Empfänger denkbar. In diesem Bereich arbeiten, zumeist in den USA, auch heute noch gelegentlich Stationen in der Betriebsart AM. Bei guten Ausbreitungsbedingungen können sie in Europa mit guten Feldstärken und folglich auch mit einfachen Empfangsgeräten gehört werden. Für FM-Empfang könnte ein geeigneter Demodulator nachgeschaltet werden. Wie das gemacht wird, findet man auf meiner Seite RX-Nachrüstungen für FM. So könnte die hier vorgestellte Schaltung auch in einem 2m-FM-Emfänger verwendet werden.