Einröhren-KW-Empfänger

Bereits mit einer einzigen Verbundröhre ließ sich ein brauchbarer Einkreisempfänger für den Kurzwellenempfang aufbauen. Bei dieser Schaltung fungierte das rechte Röhrensystem der Duotriode ECC81 in einer sogenannten Reflexschaltung als NF-Verstärker und als aperiodischer HF-Vorverstärker. Auf diese Weise wurde der Schwingkreis gut von der Antenne entkoppelt.

Das mit dem linken System aufgebaute Triodenaudion arbeitete stabil und ohne nennenswerte Schwinglöcher. Es zeichnete sich außerdem durch einen weichen Rückkopplungs-Einsatz aus. Durch Rückkopplungs-Regulierung mittels Veränderung der Anodenspannung ergaben sich in Abhängigkeit von der Einstellung nur kleine Frequenzverwerfungen. Ein sogenannter Auto-Transformator zwischen den Stufen sorgte für optimale Anpassung und damit für gute und Lautsprecherempfang genügende Verstärkungsreserve.

Auf den damals noch erheblich belegteren KW-Bändern konnte ich mit dieser Schaltung diverse KW-Rundfunksender, Amateurfunkstationen und zahlreiche andere Funkdienste empfangen. Für AM-Empfang war die Rückkoplung so einzustellen, dass die Audionstufe gerade eben noch nicht zu schwingen begann. War das Poti über diesen Punkt hinausgedreht, ließen sich Telegrafie-Stationen und Sendungen in Einseitenband-Modulation (SSB) klar und deutlich aufnehmen.

 

© Claus Schmidt, DL4CS