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Die Stromversorgung von Röhrengeräten

Die Stromversorgung von Schaltungen mit Elektronenröhren ist oft aufwendiger, wie bei modernen Geräten mit Halbleiterbestückung. Für die eigentliche Elektronik wird eine zumeist recht hohe Spannung benötigt, manchmal auch unterschiedliche Spannungen für die Anoden, Schirm- und Steuergitter. Vor allem wird aber ein Strom zur Beheizung der Kathoden benötigt, der zumeist einer Niederspannungsquelle entnommen wird.

Ich möchte nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass Experimente mit hohen Spannungen nur von fachkundigen Personen vorgenommen werden sollten!

Röhrennetzteil mit Niedervolt-Transformatoren

Für den Bau von Röhrengeräten sind die erforderlichen Netztransformatoren meist nicht ganz einfach zu beschaffen. Es gibt aber die Möglichkeit, die Anodenspannung mit zwei Niedervolt-Transformatoren zu gewinnen. Davon wird der zweite Trafo umgekehrt angeschlossen, d.h. er transformiert die Niederspannung wieder hoch. Als Fausformel gilt, dass der zweite Trafo etwa die halbe Leistung des ersten aufweisen sollte. So bleibt genügend Reserve für die Heizleistung, denn sinnvollerweise verwendet man Trafos, welche für den Wert der Heizspannung ausgelegt sind. Ein Wert von 6 Volt liegt für E-Röhren (6,3 Volt Heizspannung) innerhalb der Toleranz.

Wird z.B. für Empfänger- oder Vorverstärkerschaltungen eine geringere Anodenspannung benötigt, so kann der zweite Trafo für eine um den entsprechenden Faktor höhere Sekundärspannung (z.B. 9 Volt anstelle von 6 Volt) ausgelegt sein. Zu beachten ist, dass die Anodenspannung im Leerlauf nahezu den Spitzenwert der Wechselspannung, bei 230 Volt also deutlich über 300 Volt erreicht. Wird anstelle der Dioden ein Selen-Gleichrichter verwendet, wird dieser Wert durch den Spannungsabfall wieder deutlich reduziert.

Zerhacker für den Betrieb von Röhrengeräten an 12 Volt DC

Um Röhrengeräte mit Batterien bzw. an Bord von Kraftfahrzeugen betreiben zu können, muss die niedrige zur Verfügung stehende Gleichspannung in eine wesentlich höhere Anodenspannung umgewandelt werden. Eine mit einem Leistungs-Generator erzeugte Wechselspannung kann mit einem Transformator auf den gewünschten Wert gebracht werden. Nach anschließender Gleichrichtung und Siebung steht eine hohe Anodenspannung zur Verfügung, wie sie für Röhrenschaltungen gewöhnlich benötigt wird.

Bei der gezeigten Schaltung wird ein gewöhnlicher Netztrafo quasi umgekehrt betrieben, indem der mit vier Transistoren aufgebaute Leistungsgenerator die mittelangezapfte Sekundär-Wicklung eines gewöhnlichen Netztrafos speist. Ist jene für 2 x 9 Volt ausgelegt, baut sich bei Versorgung der Schaltung mit 12 Volt an der Primärwicklung des Trafos eine Spannung von ca. 230 Volt auf, so dass nach Gleichrichtung gut 300 Volt zur Verfügung stehen. In der gezeigten Dimensionierung eignet sich die Schaltung für Leistungen bis etwa 50 Watt. Die beiden Transistoren vom Typ BD245 müssen gut gekühlt werden! Die Eingangsspannung kann zugleich zur Heizung von Röhren mit 6,3 Volt Heizspannung herangezogen werden, wenn jeweils zwei Heizfäden für gleichen Heizstrom (z.B. 0,3 Ampere bei einer EF184 oder einer ECC81) in Serie geschaltet werden.