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Vintage-Computer als Kanallisten-Generator

Viele CB-Fans wissen, dass die Zuordnung der Kanal-Frequenzen etwas unlogisch ist. So gibt es ab Kanal 3 alle vier Kanäle einen 20-kHz-Sprung, obwohl das Kanalraster eigentlich 10 kHz beträgt. Von Kanal 22 zu 23 gibt es einen Sprung von 30 kHz – nur um danach für Kanal 24 wieder zurückzuspringen, da dieser wiederum 20 kHz unterhalb von Kanal 23 liegt. Erst ab Kanal 26 läuft es streng nach dem 10-kHz-Raster, allerdings nur bis zu Kanal 40. Danach geht es ganz weit unten wieder los, nach 27,405 MHz kommt nämlich Kanal 41 mit 26,565 MHz. Kanal 80 liegt somit also direkt unterhalb von Kanal 1. Alles klar?

Diese "Frequenz-Achterbahnfahrt" hängt historisch vor allem damit zusammen, dass

Manch einer hat bestimmt noch einen alten Computer, sei es, um geliebte alte Programme (z.B. Spiele) starten zu können oder einfach nur als Sammlerobjekt. Ein solcher Computer lässt sich aber - passender Drucker vorausgesetzt - auch prima als "Kanallisten-Generator" einsetzen. Am einfachsten geht das auf Computern, bei denen das Betriebssystem mit einem BASIC-Interpreter kombiniert ist. Das ist z.B. bei den Commodore-Rechnern C-64, PLUS-4 und C-128 der Fall. Man befindet sich hier nach dem Einschalten sofort im BASIC-Modus. Daher genügt es bei diesen Geräten, folgende vier Programmzeilen einzutippen:

1 DEFFNF(K)=(K-(K<26)*(INT(K/4)-2*((K=23
)-(K>23 AND K<41))-5))*10+850*(K>40)+27005
2 DEFFNM(K)=-(K<41):M$(0)="    FM":M
$(1)=" AM/FM/SSB"
3 OPEN1,8,2,"CB-KANAL-LISTE,S,W":PRINT#1,"KA
NAL","FREQUENZ","ZUG. BETRIEBSART"
4 PRINT#1:FORK=1TO80:PRINT#1,K,FNF(K),M$
(FNM(K)):NEXT:CLOSE1:NEW

Dabei dürfen die Nummern (1-4) am Anfang der Zeilen nicht vergessen werden. Auch muss Eingabe aller vier Zeilen jeweils mit der bei Commodore als "Return" bezeichneten Enter-Taste bestätigt werden. Es empfiehlt sich, das Programm zu speichern (z.B. SAVE "CBLISTER",8), da es sich nach getaner Arbeit selbst löscht. Durch Eingabe von RUN kann das Progamm dann gestartet werden. Ergebnis ist die Speicherung einer geordneten Liste mit allen 80 CB-Kanälen auf einem angeschlossenen Diskettenlaufwerk. Sie kann dann mit einem Text-Programm geöffnet und ausgedruckt werden. Bei der Achterbahnfahrt muss einem nun also nicht mehr schwindelig werden!

Alter PC mit Röhrenmonitor und Nadeldrucker auf dem Schreibtisch, außerdem ein altes-CB-Feststationsgerät mit Turner-Mike.

Wer noch einen alten PC mit MS-DOS sein Eigen nennen kann, muss darauf auch nicht verzichten. Hier muss dazu allerdings zunächst ein BASIC-Interpreter gestartet werden, der HIER heruntergeladen werden kann. Er wird vom Betriebssystem durch Eingabe von "GWBASIC" aufgerufen. Abgesehen davon, dass beim Speichern des Programms das ",8" weggelassen wird, läuft von da an alles, wie bei den Commodore-Computern. Man muss allerdings ein leicht geändertes Programm eingeben, das jetzt nur noch aus zwei, dafür aber längeren Zeilen besteht:

1 DEF FN F(K)=(K-(K<26)*(INT(K/4)-2*((K=23)-(K>23 AND K<41))-5))*10+850*(K>40)+2
7005:DEF FN M(K)=-(K<41):M$(0)="    FM":M$(1)=" AM/FM/SSB"
2 OPEN"o",1,"cbchlist.txt":PRINT# 1,"Kanal","Frequenz","zugel. Betriebsart":PRIN
T# 1,"":FOR K= 1 TO 80:PRINT# 1, K":",FN F(K),M$(FN M(K)):NEXT:CLOSE 1:SYSTEM

Und jetzt kommt der Clou: Auch mit einem modernen Computer muss man darauf nicht verzichten! Entweder lädt man einen C64-Emulator, wie zum Beispiel VICE herunter. Oder man installiert das Programm DOSBox und startet damit den GWBASIC-Interpreter. VICE oder DOSBox wird die Liste dann auch auf dem Rechner speichern. Sie lässt sich anschließend mit jedem gewöhnlichen Texteditor öffnen und ausdrucken.