0-V-2-Empfänger von Teva

Nach dem erfolgreichen Aufbau meines 0-V-1-Empfänger mit einer Röhre ECC81 suchte ich nach geeigneten Schaltungsvorlagen, um ein noch besseres Gerät bauen zu können. Fündig wurde ich nicht etwa in einem Buch, sondern im Katalog der damaligen Firma Technik-Versand aus Bremen, die unter dem Label Teva auch eine Reihe von Amateurfunk-Bausätzen herausgebracht hatte, darunter auch den hier vorgestellten Audion-Empfänger. Die Schaltung machte mir einen nachbausicheren Eindruck. Außerdem wurde  sie von einem älteren OM ausdrücklich gelobt: Er hatte ein solches Gerät einmal besessen. Ich machte mich also daran, nach dieser Schaltungsvorlage ein Gerät zu bauen, ohne mir jedoch den Bausatz zu besorgen. Die benötigten Teile hatte ich recht bald aus alten Radios zusammen gesucht.

Der zweistufige NF-Teil mit der rechten ECC81 bot genügend Verstärkungsreserve, auch für den Lautsprecher-Empfang schwächerer Stationen. Die linke ECC81 arbeitete als Audion in Kaskodenschaltung. Die Entdämpfung bzw. die Schwingungserzeugung bei angezogener Rückkopplung kam nach Art eines ECO-Oszillators zustande. Die gleichspannungsmäßige Rückkopplungs-Einstellung über eine Arbeitspunktverschiebung des in Gitterbasisschaltung betriebenen Systems der Kaskodestufe hatte nur geringfügige Frequenzverwerfungen zur Folge. Dieses Audion erwies sich bei meinen Versuchen gegenüber einem Pentodenaudion mit einstellbarer Schirmgitter-Spannung als überlegen. Der Rückkopplungseinsatz war angenehm weich, die Empfindlichkeit sehr gut. Durch die drei Antennenanschlüsse konnte die Ankopplung stets gut an die Empfangssituation bzw. an die vorhandene Antenne angepasst werden. Der obere Antennenanschluss eignete sich für längere, der untere für kürzere Antennen besser. Die kleinere Empfangslautstärke bei loserer Ankopplung hatte weniger Verzerrungen durch Synchronisation beim SSB-Empfang zur Folge und ließ sich durch weiter aufgedrehte Lautstärke gut ausgleichen. Um den Nachbau zu vereinfachen, hier die Wickeldaten für die Steckspulen zum Empfang der klassischen KW-Amateurbänder (Spulen-Durchmesser jeweils etwa 30mm):

80m-Band: ca. 29 Wdg Kupferlackdraht 0,3mm, Anzapfung bei 5 Wdg, Parallel-C 33pF
40m-Band: ca. 11 Wdg Kupferlackdraht 0,7mm, Anzapfung bei 3 Wdg, Parallel-C 82pF
20m-Band: ca. 5 Wdg Kupferlackdraht 0,7mm, Anzapfung bei 2 Wdg, Parallel-C 27pF
15m-Band: ca. 3,5 Wdg Kupferlackdraht 0,7mm, Anzapfung bei 1 Wdg, Parallel-C 68pF
10m-Band: ca. 2,5 Wdg Kupferlackdraht 0,7mm, Anzapfung bei 1 Wdg, Parallel-C 82pF